Unsere Berufung


Unser Gemeinschaftsleben
Zum Wesen unserer Ordensberufung gehört das Leben in Gemeinschaft. Wir wohnen, beten, essen, arbeiten, lachen und weinen zusammen – natürlich nicht immer, aber vom Prinzip her ist das Teilen von Ressourcen, Zeit und Talenten der Eckstein unseres Miteinanders. Die franziskanische Spiritualität leitet uns zu Ungezwungenheit, Toleranz und Großherzigkeit an.
Charakteristisch ist außerdem das generationsübergreifende Zusammenleben. Damit sich alle, von der 40-jährigen bis zur 101-jährigen Mitschwester, wohlfühlen, braucht es Verständnis, und zwar für die Einzigartigkeit der einzelnen, aber auch selbstkritische Reflexion der eigenen Bedürfnisse. Emotionale Reife, eine achtsame Sprache, Ehrlichkeit und das ständige Bemühen um die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit helfen uns dabei.

Unser Gebetsleben
Das gemeinsame und persönliche Gebet ist das unverzichtbare Fundament unseres Lebens. Denn durch das Verweilen vor Gott bekommt unser Leben Richtung, Fülle, Weite und Sinn. Im gemeinsamen und persönlichen Gebet pflegen wir unsere Beziehung zu Gott. Wir lassen uns vom Wort Gottes berühren und leiten. Stellvertretend für alle, die in Not sind, und für alle, die nicht beten können oder wollen, stehen wir vor Gott und halten Fürbitte.
Mehrmals täglich beten wir das sog. Stundengebet, das weltweit alle Priester und Ordensleute verrichten. Dazu kommen persönliche Betrachtungs- und Meditationszeiten und natürlich die Feier der Eucharistie.
Gerne können auch Gäste an unseren Gottesdiensten und Gebetszeiten teilnehmen, die in unseren, nicht öffentlich zugänglichen Hauskapellen stattfinden. Da sich oft kurzfristig Änderungen ergeben, bitten wir um vorherige Rücksprache:
Mutterhaus Brixen: Tel. 0472 820 600 oder persönlich an unserer Pforte: Runggadgasse 22, Brixen
Email: info@tertiarschwestern.it
Unsere Gelübde
Nach dem Vorbild des heiligen Franziskus und unserer Mutter Anfängerin ist das Evangelium Jesu Christi für uns die höchste Lebensnorm.
Im Rahmen der Profess legen wir die drei klassischen Ordensgelübde ab:
Armut: wir bemühen uns um einen einfachen Lebensstil; außerdem versuchen wir, nachhaltig zu wirtschaften und uns solidarisch mit Bedürftigen zu zeigen.
Ehelosigkeit: wir entscheiden uns bewusst für ein zölibatäres Leben und damit gegen eine Partnerschaft und eine eigene Familie. Dies ist unsere Weise, Gott und die Menschen mit ganzem Herzen zu lieben.
Gehorsam: Im Hören auf Gott, auf unsere Mitmenschen und auf uns selbst antworten wir auf das, wozu uns das Leben auffordert.
Die sog. evangelischen Räte begreifen wir als wertvolle Anker, die unserem Leben Gestalt, Reichtum und Tiefe geben. Im Vordergrund steht nicht der Verzicht, sondern der Gewinn, den wir aus der freien und frohen Verwirklichung dieser Versprechen ziehen.

