Mit Maria Hueber unterwegs

Maria Hueber ist für unsere Kongregation von unschätzbarer Bedeutung. Hier erzählen einige Schwestern, welche ganz persönlichen Zugänge sie gefunden haben und was sie an unserer Mutter Anfängerin fasziniert.
Sr. Anna Elisabeth
Maria Hueber war und ist der Grund, warum ich Tertiarschwester sein möchte. Ich lerne von ihr, dass ein Hauch von Leichtigkeit lebensnotwendig ist. Ich schätze, dass sie durch ihre ganz eigene, fast spielerisch angehauchte Mystik nicht nur Gott gefunden hat, sondern auch allerhand Probleme bewältigen konnte. Sie lehrt mich, zu Schwierigkeiten eine innere Distanz aufzubauen und für neue Herausforderungen Kraft zu tanken. Das Vertrauen, dass Gottes Gnade in mir, auch trotz meiner Fehler und Unzulänglichkeiten, große Dinge bewirkt, hilft mir, meine Aufgaben zu bewältigen und mit Spannungen und Problemen besser umzugehen.
Und nicht zuletzt hat sie mir beigebracht, wie ich meine Beziehung zu Gott leben soll: unverblümt, authentisch, mit all meinen Emotionen und Gedanken. Ich habe gelernt, dass Gott keine Ansprüche oder Erwartungen hat, nichts von mir verlangt und nur einen Wunsch für mich hat: dass ich vor, mit und durch ihn lebe, also dass ich einfach bin.


Sr. Cäcilia
Mich beeindruckt, wie Anna Tapp, die Mutter von Maria Hueber, aus einfachen Verhältnissen kommend, darauf aus war, ihre praktischen Fähigkeiten, ihre Offenheit für Bildung und Wissen an ihre Tochter Maria weiterzugeben. Maria war eine wissbegierige Schülerin ihrer Mutter. Ihre vielfältigen Fähigkeiten konnte sie dann noch an verschiedenen Dienststellen erweitern und vertiefen.
Als ihre Mutter älter und auf Hilfe angewiesen war, änderte Maria ihren Lebensplan und betreute ihre Mutter. Ich erkenne in Maria Hueber nicht nur eine „gute Tochter“, sondern auch ihre Fähigkeit für konkretes Handeln: Sie erkennt die Not und hilft.
Viel Mut und Kraft in meinem Leben als Ordensschwester gab mir der Ausspruch von Maria Hueber: „Der Name des Herrn sei gebenedeit um alles und jedes, um Süßes und Saures!“ (aus dem zweiten Brief Maria Huebers) Ich stelle auch immer wieder fest, dass viele der Mitschwestern sich in schwierigen Zeiten diese Worte unserer Mutter Anfängerin ins Gedächtnis rufen und mithilfe dieser Worte zu Frieden und Gelassenheit finden.
Sr. Carin
In jungen Jahren wurde mir ein Bild von Maria Hueber zugeschickt: eine Frau mit einem Kruzifix in der Hand und mit einer Dornenkrone auf ihrem Kopf. Eigenartig! Für mich war es eine ungewöhnliche Darstellung, auch wenn ich als Holzschnitzerin mit Heiligenfiguren einigermaßen vertraut war.
Was drückte dieses Bild aus und was vermittelte es mir? Es war wohl ein Kontrast zu den üblichen, alltäglichen und zeitlichen Lebenseindrücken, mit denen ich als junges Mädchen konfrontiert war. Ich las aus dem Bild: Diese Frau ist „anders“: Sie ist keine Kopie, keine Mitläuferin, sie ist keine gewöhnliche, angepasste Frau, der es um Ansehen, Mittelpunktpositionen oder Macht geht, keine Frau, die nach Selbstverwirklichung strebt. Sie ist anders, eine „andere Frau“, eine Suchende, eine durch und durch auf Gott Ausgerichtete, eine, die das Kreuz nicht weglegt, sondern es aushält. Jesus, den sie in ihrer Hand hält, ist ihre Kraft, ihr Halt, ihre Liebe, ihr Ziel.
Vielleicht – geprägt durch meine persönlichen Erfahrungen im konkreten, aktiven Pfarrleben der Pfarrgemeinde St. Christina in Gröden – vermittelte mir das Bild von ihr auch: Sie lebt und fühlt innigst mit Jesus und mit seiner Kirche, mit dem Volk Gottes. Sie lebt und dient in und für die Kirche Gottes. Sie drückt sehr geheimnisvoll, aber wahr aus, wie Gott durch sie geschehen will. Maria Hueber war im Diesseits auf das Jenseits orientiert und konzentriert und stellte, stellt dadurch eine „Kontrastgesellschaft“ dar. Und ich? Und wir? Heute? Lebe ich, leben wir durch unser Sein und durch unsere Dienste nach ihrem Grundideal?
Sie hätte wohl nichts dagegen, wenn wir „ihren“ Weg fortsetzen und wenn es uns gelingen würde, durch unser Ordensleben aus Glaubensgründen eine „Kontrastgesellschaft“ darzustellen.

Sr. Elisabeth
An Maria Hueber beeindrucken mich ihre Frömmigkeit und ihre Unerschrockenheit, ihr ständiges Suchen und ihr Hören auf das, was ihre Berufung war. Ich konnte mich bei meiner Diplomarbeit in die Aussagen ihrer Briefe vertiefen. Da habe ich mir ihre Dreifaltigkeitsmystik, ihre Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes, ihre Liebe zum Menschgewordenen Gottessohn, das Suchen nach dem Willen Gottes, ihre Leidensbereitschaft und ihre Dankbarkeit so eingeprägt, dass sie mich in meinem Leben immer begleiten.
Dabei waren Aussagen aus ihren Briefen meine Orientierung. Zum Beispiel: „Jesus hat mich schon gefesselt mit den Liebesbanden und dem ‚goldenen Schnürl’. Gott gebe es und stärke mich …,, damit ich ohne Verzug, in aller Demut und Dankbarkeit, gehorche“ (Brief vom 15. August 1701). Diese Gedanken haben mir bei der oft reichlichen Arbeit Zuversicht und Kraft gegeben. Besonders motiviert hat mich die Folgerung, dass die Liebe vieles, ja alles, überwindet, dass es Gott ist, der an dem „goldenen Schnürl“ zieht. Ist das goldene Schnürl die Verbindung zum Ewigen, die Beziehung, die nicht so sehr von mir, sondern von ihm ausgeht, die Liebe Gottes, die mir auch im Alltag nachgeht und mich führt? Solche und ähnliche Überlegungen haben mir in verschiedenen Situationen weitergeholfen und dabei fühlte ich mich von der Mutter Anfängerin begleitet.
Ein weiteres Zitat, das ich seit Jahrzehnten im Wechselrahmen stehen habe, ist das Wort, das Maria Hueber vom Gekreuzigten vernahm: „… vergiss doch deiner um meinetwillen ganz. Du bist mein und ich bin dein. Daher lasse dir alles um meinetwillen gleich sein …“. Du bist mein und ich bin dein – Die hl. Theresia von Avila drückt dies so aus: „O Seele, such dich in mir, o Seele, such mich in dir.“ Dies bestätigt mir, dass die Mutter Anfängerin bei den Mystikerinnen eingereiht werden muss. Möge sie mir helfen, auf diesem Weg weiterzukommen, das ist meine Bitte an sie.
Immer wieder im Laufe der Jahre ging ich zum Grab der Mutter Anfängerin und bat sie, dass sie uns helfe, ihre Sendung in unserer Zeit richtig umzusetzen, zu erkennen, was unsere Aufgabe heute, dreihundert Jahre nach ihr, in unseren Situationen ist. So durfte ich erkennen, dass zwischendurch mein Planen und Wollen falsch waren, wenn Entscheidungen nach mehreren Gesprächen, Überlegungen und Sitzungen ganz anders ausfielen, als ich es dachte. Zugleich zeigte sich im Nachhinein auch, wie sich Neues auftat, und eine gute Entwicklung sich anbahnte.
Zugleich fragte ich auch, was Maria Hueber wohl heute tun würde. Sie antwortete auf die Bildungslücke für Mädchen, die eine Not der Zeit war. Wir kennen heute viele Nöte: Einsamkeit älterer Menschen, Arbeitslosigkeit von Familienvätern und -müttern, Not der Einwanderer und auch Vieler, die gestrauchelt sind, junge Menschen, die keinen Sinn im Leben finden, Orientierungslosigkeit usw. Bedrückend ist dabei, dass wir nur mehr wenig Kräfte und Möglichkeiten haben, diesen Nöten abzuhelfen. Doch da ist wieder das Beispiel der Mutter Anfängerin. Sie waren nur wenige, sie hatte viel Widerstand von verschiedenen Seiten, sie hatte wenig Mittel, ihre Bildung hat sie sich selber erworben, und so ging sie ihren Weg mit den Schritten, die möglich waren. Sie würde uns heute wohl sagen: „Tut, was ihr könnt und vertraut, haltet die Augen offen, seid bereit zum Leid, vergesst das Wesentliche nicht und liebt.“

Sr. Grace Mary
Maria Hueber war sich der Rolle, die der Heilige Geist in ihrem täglichen Leben spielte, sehr bewusst: Er offenbarte ihr Gottes Willen und befähigte sie, diesen zu erfüllen! Daher ihr ständiges Gebet: „Die Gnade des Heiligen Geistes sei mit uns und wirke Größeres in uns zu seiner größeren Ehre!“ Sie war sich auch bewusst, dass das, was der Heilige Geist in ihr wirkte, untrennbar mit Gottes Willen verbunden war, ganz gleich, ob es sich im Guten oder im Schlechten zeigte – „im Süßen und im Sauren“! Dieses Bewusstsein ermöglichte es ihr, Gott in allem zu preisen, im Guten wie im Schlechten, in den süßen und den sauren Momenten des Lebens! Ohne die Inspiration durch Maria Hueber hätte ich das „Süße und Saure“ meines Lebens nicht so leicht akzeptieren können! Der Wille Gottes kann sich in jeder Form offenbaren, im Guten wie im Schlechten, im Leichten wie im Schweren! Doch durch die Gegenwart des Heiligen Geistes in mir wird alles in gute Früchte verwandelt, wenn ich sie nur Gott mit meinem ganzen „FIAT“ darbringen kann – Gottes Wille geschehe! Alles zu seiner Ehre und zu seinem Ruhm und zum Heil der Seelen! Das ist leichter gesagt als getan! Da ich mit den Schwierigkeiten des Lebens zu kämpfen habe, habe ich nun von Maria Hueber gelernt, sie als Gottes Absichten in meinem Leben zu sehen! Gott plant das Leben eines jeden nach seinem Willen und seiner Absicht, und ich habe gelernt, meinen eigenen, von ihm gewählten Weg anzunehmen!
Mir ist auch bewusst geworden, dass Gottes Wille nicht nur außerhalb von mir liegt und nur darauf wartet, in bestimmten Momenten in mir zu wirken! Gott lebt ständig in mir, mit seinem Willen, den er mir immer wieder offenbart, auch wenn ich mir dessen nicht immer bewusst bin! Hin und wieder geschieht etwas Spektakuläres, das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, damit ich darüber nachdenke und es in die Tat umsetze! Diese Momente sind Gottes Art, mich aus meinem „geistlichen Schlummer“ zu wecken, damit ich mir seiner Gegenwart und meines Bedarfs an ihm in meinem Leben und meiner Mission bewusst werde.
Sr. Gudrun
Geliebtes Moidele, verehrte Maria oder …?
Schon in der Anrede, Vermuten, Spekulation – oder wissen wir wirklich?
Ob du jetzt nach 300 Jahren immer noch „Mutter“ genannt werden möchtest?
Hast du dich selbst als eine gesehen?
Wie du wohl warst, so, im Alltag, ganz privat?
Venerabile, mittlerweile sogar ganz offiziell. Aber was heißt das?
Dass dir wirklich gar nie gleichzeitig mit dem Stickgarn auch der Geduldsfaden gerissen ist?
Das Barocke, das Mystische, das Fromme … das alles liegt mir nicht.
Aber das Sichtbar-Machen der Ungesehenen, das Bergen der Schutzlosen, das Losreißen der Eingeengten ist
unser ureigenster Auftrag.
Als Schwestern, ja, vor allem als Frauen, als Menschen.
Und sei es auf noch nie begangenen Wegen.
Wofür würdest du heute aufstehen?


Sr. Johanna Maria
Besonders beeindruckt mich, dass Maria Hueber für die Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen eine unentgeltliche Schule gründete, damit auch diese Kinder sich einen gewissen Bildungsgrad aneignen konnten und mit besseren Chancen im Leben weiterkamen. Maria Hueber hatte ein waches Auge für die Nöte der Zeit und nützte all ihre Möglichkeiten zielstrebig aus, um echte Hilfe anzubieten.
Sr. Klara Maria
Ein Meilenstein für die Begeisterung für Maria Hueber war das erste europäische Graphologie-Symposium in Bozen im Jahre 2011. Da ich mich während meines Psychologie-Studiums auch mit Graphologie (Schriftauslegung) beschäftigt hatte, habe ich der Expertengruppe gerne Kopien der Briefe von Maria Hueber, den Innsbrucker Servitinnen, Isidor Kirnigl und Johann Evangelist Aichberger zur Verfügung gestellt. Zur Überraschung aller ExpertInnen, die sich von einer Klosterfrau um 1700 viel eher eine verkrampfte, „alte Jungfrau“ erwartet hatten, zeigte ihre Handschrift ein bescheidenes Ich mit starkem Willen, große Beharrlichkeit, Flexibilität im Geistigen und Emotionalen, ein reiches Innenleben, große Stabilität, menschliche Wärme, ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl und hohe Überzeugungskraft. Sie schnitt weit besser ab als die Innsbrucker Servitinnen, deren Handschriften ebenso interpretiert wurden, und auch besser als P. Isidor Kirnigl und P. Johann Evangelist Aichberger.
So war ich endgültig bei Maria Hueber angekommen und offen dafür, die Beziehung zu vertiefen, zu verwurzeln und immer weiter auszubauen. Die regelmäßigen Grabbesuche am 31. Juli wurden mir immer wichtiger und waren vor allem sehr wichtig für unsere Gemeinschaft. Die Feier der Erhebung Maria Huebers in den kanonischen Stand „venerabile“ in der Franziskanerkirche 2019 war für mich eine besondere Freude.
Ich weiß sie längst heilig, unabhängig davon, ob sie jemals heilig- oder seliggesprochen wird. Ich weiß sie als Fürsprecherin im Himmel und empfehle ihr uns alle an, die wir noch irdisch „herumstolpern“, uns aber bemühen, ihre Gründungsgedanken in die heutige Zeit umzusetzen.


Sr. Maria Regina
Ich liebe unsere Mutter Anfängerin. Sie gefällt mir einfach und ich habe sie viel und oft in meinem bisherigen Leben angerufen und sie um Hilfe gebeten, vor allem für meine Großfamilie. In Schule und Heim war sie unsere Begleiterin. Sie hat mich nie im Stich gelassen, auch wenn ich lange betteln musste. Drei Dankestäfelchen an ihrem Grab geben Zeugnis davon. Eines bin ich ihr noch schuldig.
Für mich ist Maria Hueber eine Frau mit Fleisch und Blut. Sie ist eine stille Frau, die sich nicht aufdrängt. Sie ist leise, eher zurückhaltend und eine große Verehrerin des Hl. Geistes. Sie ist eine Mystikerin, denn der Mystiker will nur eines entdecken, und zwar den Willen Gottes und diesem Willen gehorsam sein. Der Wille Gottes zeigt sich in Jesus. Ihre Bitte an das Jesuskind heißt: „Ach, mein Jesus, dass ich nichts gegen deinen heiligsten Willen tue.“
Das Prophetische in ihr ist: Sie erfasst im Menschen den guten Kern, sie demütigt nicht, im Gegenteil, sie hilft, gibt Rat. Sie sieht, wie der Mensch vor Gott ist. Es ist auch ein wunderbarer Einklang zwischen ihr und den Beichtvätern. Sie vertraut ihnen, sie ist auch eine gute Ratgeberin für sie. Sie ist vor allem gehorsam Gott gegenüber, wenn der Gekreuzigte spricht: „Vergiss doch deiner um meinetwillen ganz.“ Sie kann sich ganz loslassen in die Führung Gottes hinein usw. Kurz gesagt, Maria Hueber liebt Jesus über alles und seine Mutter.
Das alles fasziniert mich besonders an ihr. Ich freue mich über unsere Gründerin und danke dem Herrn, dass er sie uns geschenkt hat. Einmal werden wir sie schauen. Sie ist wohl die Anfängerin, aber jede von uns hat ihr Leben in unserer Kongregation weitergeschrieben.
Wenn Maria Hueber von den bösen Geistern sehr geplagt wurde, dann betete sie: „Ich gehöre Jesus“ und die Geister mussten fliehen. Mit diesem Gebet lasse ich es, ich kann nur eines sagen, diese drei Worte wirken Wunder, wenn man daran glaubt und sie voll Vertrauen betet. Es kehrt wunderbare Ruhe ein. „Ich gehöre Jesus!“
Noch etwas möchte ich erzählen. Am Ende eines Exerzitienkurses mit Gunter Janda feierten wir die Abschlussmesse in der Franziskanerkirche in Brixen. Der Priester warf die Frage in den Raum: „Worauf wird Maria Hueber wohl nie vergessen haben?“ Nach einer kurzen Stille gab er selbst folgende Antwort: „All meine Quellen entspringen in dir.“
Sr. Martha
„Dank für Süß und Sauer!“ Ich erkenne darin die Herausforderung, das Leben so zu nehmen, wie es ist.
Meine Kraftquelle ist die Eucharistie, das Schweigen und die Stille.


Sr. Martha Maria
Im Noviziat lernte ich die Räume kennen, in denen Maria Hueber mit ihren Gefährtinnen gelebt, unterrichtet und ihren Alltag gestaltet hat. Ihre Schlichtheit berührte mich, und voller Neugier begann ich, ihren Weg nachzuvollziehen.
Seitdem fasziniert mich, wie Maria Hueber als Frau in ihrer Zeit die Dinge angepackt hat. Mich beeindruckt, wie sie Schwierigkeiten durchgestanden und mit Mut und Idealismus getragen hat. Dahinter steht für mich eine tiefe Gotteserfahrung.
Nach dem Beispiel Jesu waren ihr die Ausgegrenzten in all ihren Formen Freude und Aufgabe zugleich. Ein Satz von ihr berührt mich immer wieder neu: „Jesus hat mich schon gefesselt mit den Liebesbanden und dem goldenen Schnürl.“
Ich spüre: Maria Hueber ist eine starke Frau. Sie inspiriert mich, den Menschen barmherzig und offen zu begegnen. Ihre Grundhaltung der Demut möchte ich mir zu Herzen nehmen und verinnerlichen. Warum? Weil ich den Boden spüre, auf dem ihr Leben steht. Ihre Ausrichtung ist eindeutig. Das „goldene Schnürl“, an dem sie sich festhält, schenkt ihrem Alltag Kraft, Entschiedenheit, Ruhe und die Fähigkeit loszulassen. Trotz aller Widerstände und Verleumdungen wusste sie: Es hat Sinn, dem barmherzigen Jesus zu verinnerlichen. Und es hat Sinn, dass auch wir uns am „goldenen Schnürl“ festhalten. Ich möchte mich immer wieder neu binden, um mich tiefer zu verwurzeln in die allumfassende Liebe Gottes. So kann ich sicherer durch mein Leben gehen.
Für mich ist Maria Hueber, eine Frau, die gekämpft hat. Sie ermutigt mich und gibt Ideale vor. Getragen von einer tiefen Verbundenheit mit Gott zeigt sie einen neuen Selbstwert auf und macht mir neue Perspektiven bewusst, die mich stark werden lassen, und mir zeigen, dass mein Leben mit all seinen Facetten gelingen kann.
Sr. Mirjam
Welche Charakterzüge an Maria Hueber sind für mich inspirierend und motivierend? Zum einen war es ihre Ausdauer, die bewies sie schon als kleines Mädchen, als sie im Dom ihren Rosenkranz zu Ende betete und sich nicht von den Spielgefährtinnen abhalten ließ. Zum anderen ist es ihre Neugierde, aber auch ihr Weitblick, der in ihrem Leben eine geistige Entfaltung ermöglichte, die weit über den Horizont des Landes hinausging. Sie nahm die Gelegenheit wahr, lesen und schreiben zu lernen, ein Tor, das ihr im weiteren Leben viele Möglichkeiten erschloss. Und letztlich ist es ihre Unerschrockenheit und ihr Mut an dem dranzubleiben, was die Umsetzung ihrer Ideen anging. Und durch all die genannten Eigenschaften zieht sich die tiefe Gottesbeziehung wie eine rote Schnur durch ihr Leben. Darin sehe ich meinen Auftrag: diese Schnur mit einem geschichtsträchtigen Gestern als einen Halt im Heute zu sehen und an diesem Band die Schwestern und ihre Werke in die Zukunft zu begleiten. Und ich bin mir sicher, Maria Hueber geht alle Wege mit.


Sr. Sieglinde
Mir gefällt an Maria Hueber, dass sie den Mut und das Durchhaltevermögen hatte, sich für etwas Neues einzusetzen, und dass sie sich für die Frauen ihrer Zeit engagierte. Sie scheute es nicht, den „Großen“ ihrer Zeit entgegenzutreten und ihre Geisteshaltung zu vertreten.
Mir imponiert auch, dass sie lange Zeit ihre Mutter pflegte und nur kurz für die wachsende Klostergemeinschaft tätig war. Ganz im Sinne von Werkzeug sein für Gott. Er führt sein Werk auf verschiedene Art und Weise fort, auch ohne mein weiteres sichtbares Zutun.
