Unser Gemeinschaftsleben

Zum Wesen unserer Ordensberufung gehört das Leben in Gemeinschaft. Wir wohnen, beten, essen, arbeiten, lachen und weinen zusammen – natürlich nicht immer, aber vom Prinzip her ist das Teilen von Ressourcen, Zeit und Talenten der Eckstein unseres Miteinanders. Die franziskanische Spiritualität leitet uns zu Ungezwungenheit, Toleranz und Großherzigkeit an.

Charakteristisch ist außerdem das generationsübergreifende Zusammenleben. Damit sich alle, von der 40-jährigen bis zur 101-jährigen Mitschwester, wohlfühlen, braucht es Verständnis, und zwar für die Einzigartigkeit der einzelnen, aber auch selbstkritische Reflexion der eigenen Bedürfnisse. Emotionale Reife, eine achtsame Sprache, Ehrlichkeit und das ständige Bemühen um die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit helfen uns dabei.

Unsere Gelübde

Nach dem Vorbild des heiligen Franziskus und unserer Mutter Anfängerin ist das Evangelium Jesu Christi für uns die höchste Lebensnorm.

Im Rahmen der Profess legen wir die drei klassischen Ordensgelübde ab:
Armut: wir bemühen uns um einen einfachen Lebensstil; außerdem versuchen wir, nachhaltig zu wirtschaften und uns solidarisch mit Bedürftigen zu zeigen.
Ehelosigkeit: wir entscheiden uns bewusst für ein zölibatäres Leben und damit gegen eine Partnerschaft und eine eigene Familie. Dies ist unsere Weise, Gott und die Menschen mit ganzem Herzen zu lieben.
Gehorsam: Im Hören auf Gott, auf unsere Mitmenschen und auf uns selbst antworten wir auf das, wozu uns das Leben auffordert.

Die sog. evangelischen Räte begreifen wir als wertvolle Anker, die unserem Leben Gestalt, Reichtum und Tiefe geben. Im Vordergrund steht nicht der Verzicht, sondern der Gewinn, den wir aus der freien und frohen Verwirklichung dieser Versprechen ziehen.

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